Thursday, February 23, 2012

Das Ende der Artenvielfalt

Hauptgrund des weltweiten Artensterbens ist die Zerstörung der natürlichen Lebensräume von Tieren und Pflanzen.

Man unterscheidet man zwischen der Artenvielfalt und der biologischen Vielfalt oder Biodiversität.

Auf der obersten Ebene haben wir die Vielfalt der Lebensräume, der Ökosysteme mit ihren Stoffkreisläufen.

Dann kommen die Arten: Giraffe, Akazien, Rosen oder Schmetterlinge.

Darunter haben wir dann noch die genetische Vielfalt, die Vielfalt der Individuen innerhalb einer Art.

Hinzu kommt außerdem noch die zeitliche Dimension, so dass die biologische Vielfalt auch die Vielfalt der Gene, die Vielfalt der Arten und die Vielfalt der Lebensräume und Stoffkreisläufe bedeutet

Wir kennen derzeit nur knapp zwei Millionen von geschätzten 30 Millionen Arten. Von sehr vielen Arten wissen wir nichts über ihre Rolle im Ökosystem - und schon gar nicht, in welcher Weise sie für den Menschen nützlich sein könnten. Wir wissen über die biologische Vielfalt der Erde sehr viel weniger, als beispielsweise über die Anzahl der Sterne in unserem Universum.

Der World Wildlife Fund schätzt, dass die Artenvielfalt auf der Erde zwischen 1970 und 2005 um 27 Prozent gesunken ist. Die Ursache ist der Mensch. Sei es durch Umweltzerstörung oder maßlosen Verbrauch der Ressourcen - der Mensch vernichtet permanent Lebensräume und Artbestände.

Heute gilt ein Drittel der weltweiten Fischvorkommen als überfischt. Um 1900 gab es noch reiche Fischbestände vor Kanada und Europa. Im Jahr 2000 ist davon nichts mehr übrig. Die Meere sind so weit leer gefischt, dass es in 50 Jahren überhaupt keine Bestände mehr geben wird.

Durch Brandrodung vernichtet der Mensch nicht nur das Ökosystem der Regenwälder, sondern er verändert auch das Klima der Erde - nur um etwas Ackerland zu gewinnen.

Die Vereinten Nationen schätzen, dass täglich 130 Tier- und Pflanzenarten aussterben. Das Tempo des Artensterbens hat sich inzwischen um das Tausendfache beschleunigt. Wir haben bei vielen Tier- und Pflanzengruppen Aussterberaten, die hundertmal, manchmal sogar tausendmal höher sind, als das natürlich der Fall wäre. Wir haben es also mit einer Aussterberate zu tun, die völlig unnatürlich und menschengemacht ist.

In der Erdgeschichte sind fünf große Artensterben bekannt. Danach ging es wieder weiter und neue Lebewesen entstanden. So soll vor 65 Millionen Jahren der Einschlag eines Meteoriten das Ende der Dinosaurier herbeigeführt haben. Das heutige Artensterben unterscheidet sich jedoch von früheren dadurch, dass es von einer einzigen Art, dem Menschen, verursacht wird.

Der Mensch ist Teil des Ökosystems. Alles, was wir im Naturschutz tun, tun wir auch im Interesse des Menschen, weil der Mensch eine lebenswerte Umwelt braucht. Er lebt von der Vielfalt der Tiere und Pflanzen, ohne die es kein menschliches Leben gäbe.

(siehe auch 3Sat Dokumentation "Das Ende der Artenvielfalt")

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